Berühmte Absolvent/innen – Max Eyth

An den Hochschulen, die heute dem Studierendenwerk Stuttgart angegliedert sind, haben im Laufe der Zeit viele helle Köpfe studiert. In unserer neuen Reihe stellen wir einige der berühmtesten vor. Heute widmen wir uns im zweiten Teil der Reihe Max Eyth.

Max Eyth (Bild: DLG)

Eduard Friedrich Maximilian Eyth – kurz Max Eyth – erblickte am 6. Mai 1836 in Kirchheim unter Teck das Licht der Welt. Heute steht dort ihm zu Ehren Interessierten das Literaturmuseum Max-Eyth-Haus offen. Ein Besuch lohnt sich, denn Max‘ Biografie ist spannend, abwechslungsreich und inspirierend. Er selbst hielt sie in seinem Werk „Im Strom unserer Zeit: Aus Briefen eines Ingenieurs“ fest. In insgesamt drei Bänden beschrieb er in „Lehrjahre“, „Wanderjahre“ und „Meisterjahre“ seine Jugend, Erwachsenenjahre und Alter. Eyth war vielfältig talentiert: Neben seiner Arbeit als Ingenieur zeichnete er auch und war schriftstellerisch tätig. Schon sein Vater dichtete und übersetzte aus dem Griechischen, seine Mutter schrieb ebenfalls. Max absolvierte sein Maschinenbaustudium von 1852 bis 1856 in Stuttgart am Polytechnikum. In Mathematik und technischem Zeichnen wurde der junge Max für seine herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Viele Jahre später verlieh die Technische Hochschule Stuttgart 1905 dem mittlerweile 69-Jährigen die Ehrendoktorwürde.

Max-Eyth-Haus in Kirchheim unter Teck (Bild: © Stadt Kirchheim unter Teck)

Wie auch Gottlieb Daimler  war Max Eyth in seinen Stuttgarter Studentenjahren Mitglied der Studentenverbindung Corps Stauffia. In Göttingen ist seit der Gründung 1947 die Studentenverbindung Göttinger Gesellschaft Max Eyth nach ihm benannt. Trotz seines großen Talents hatte der junge Max Eyth Hindernisse zu überwinden – sein späterer Erfolg flog ihm keineswegs zu. Nach seinem abgeschlossenen Maschinenbaustudium folgte eine Schlosserlehre, um sich in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Diese begann er 1856 in Heilbronn bei der Maschinenfabrik Hahn & Göbel. Leider war dieser Versuch nicht von Erfolg gekrönt: Nach seinem „beherzten Aufbegehren“ wurde ihm gekündigt. Er setzte seine Ausbildung in Stuttgart-Berg bei der Maschinen- und Kesselfabrikfabrik G. Kuhn, Eisen- & Gelbgießerei fort. Dort gelangen ihm schließlich die ersten Schritte auf der Karriereleiter: Erst stieg er vom Schlosser zum Technischen Zeichner auf, dann zum Ingenieur. Aus Stuttgart ging es für Eyth 1861 nach Leeds in England zur Maschinenfabrik John Fowler & Co..

Max-Eyth-Straße am Markttag (Bild: © Stadt Kirchheim unter Teck)

Ab 1863 reiste Max Eyth für seinen englischen Arbeitgeber nach Nordamerika, Ägypten, Russland und Peru, um dort für den Dampfflug zu werben. Zwischen 1863 und 1866 war er Chefingenieur des ägyptischen Prinzen Said Halim Pascha. Diese Zeit hielt er schriftstellerisch in seinem Werk „Hinter Pflug und Schraubstock“ fest. 1885 gründete Max Eyth in Berlin die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), um die Mechanisierung in der deutschen Landwirtschaft voranzutreiben. Bis 1896 war Eyth geschäftsführendes Mitglied des Direktoriums. Zu seinen Aufgaben für die DLG gehörte, die jährlichen Wanderausstellungen zu organisieren. Heute sieht die DLG ihr Ziel darin, den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt in den Bereichen Pflanzenbau, Landtechnik, Tierhaltung, Lebensmittelherstellung und Lebensmitteltechnologie zu fördern. Als Vorbild für die neu gegründete Gesellschaft diente Eyth die bereits seit 1838 bestehende Royal Agricultural Society, die er in England kennengelernt hatte. 1896 wurde der Ingenieur in den persönlichen Adelsstand erhoben und hieß fortan „Max von Eyth“. Am 25. August 1906 starb er im Alter von 70 Jahren in Ulm, wo er auf dem Neuen Friedhof seine letzte Ruhe fand. Heute sind zahlreiche Schulen und Straßen in Deutschland nach ihm benannt. Auch der Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen erinnert an den berühmten Absolventen des Polytechnikums Stuttgart.



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