Wilderness-Kurse für Studierende

Hast du Lust auf Gemeinschaft und Abenteuer in freier Natur? Dann ist vielleicht ein Wilderness-Kurs das Richtige für dich. Oft kannst du dir so einen Kurs als Fortbildung für dein Studium anrechnen lassen. Garantiert kommst du mit einem reichen Schatz an wertvollen Erinnerungen zurück.

Maya gibt ihre Begeisterung für die Natur gerne weiter (Bild: Astrid Diepes)

„Ein richtiger Krimi ist das“, stellt Maya fest. Sie betrachtet die kleinen Blutflecke im Schnee und das weiche, dreifarbige Bauchfell eines gerissenen Tieres. Welches Tier wird das wohl gewesen sein, und wie wird es sich genau abgespielt haben? Achtsam prüft sie, ob die Fellhaare brechen, wenn sie sie knickt. Wir befinden uns in einer winterlichen Berglandschaft in Norditalien. Der Schnee ist verharscht, Spuren sind kaum zu erkennen. Maya hat vergangenes Jahr ihre Ausbildung zur Wildnis-Pädagogin abgeschlossen. Nun unterrichtet sie Wochenendkurse, in denen sie ihr Wissen über das (Über-)Leben in der freien Natur weitergibt. Noch wichtiger ist ihr jedoch, die Menschen wieder in Einklang mit der Natur zu bringen: „Für mich geht es weniger ums reine Überleben, sondern vielmehr um das Leben mit der Natur. Dabei empfinde ich eine große Hochachtung und Dankbarkeit für das, was die Natur uns bietet.“ Auf Schloss Tonndorf  in Thüringen werden sie und ihr Team dieses Jahr mehrere Wilderness-Kurse leiten. Maya und die Teilnehmer/innen leben dabei im Rhythmus der Natur und lernen, wieder mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Doch auch Übungen wie Barfußgehen mit verbundenen Augen gehören dazu. Übernachtet wird unter freiem Himmel, im Zelt oder in selbsterrichteten Laubhütten.

Selbstgemachtes Essgeschirr aus Holz auf Schloss Tonndorf (Bild: Karin Schulze)

Auch Natucate organisiert Wilderness-Kurse in Deutschland. Unter Wildnisschulen Netzwerk Deutschland (kurz: W.I.N.D.) gibt es eine nach Postleitzahlen sortierte, unvollständige Liste von Wilderness-Schulen in Deutschland. Am Bodensee ist die Corvus Natur- und Wildnisschule Anlaufpunkt für Naturfreund/innen. Auch weltweit sind die Kurse mittlerweile stark im Kommen: „In Skandinavien gibt es sehr viele Angebote – auch auf Deutsch“, weiß Maya zu berichten. Kein Wunder, gilt dort doch das „Jedermannsrecht“, nach dem man legal in freier Landschaft campen darf. In Schweden bietet beispielsweise Wilderness Life Wilderness-Kurse in Lappland an. Beim Waldcamp Bruder Bär in Mittelschweden informiert ein Mitarbeiter des Scandinavian Brown Bear Research Project speziell über den Braunbären.

 

Abenteuer und Abende am Lagerfeuer gehören zum Wilderness-Leben (Bild: Michael Rietschel)

In den USA befindet sich im Staate Washington 45 Minuten von Seattle die Schule, aus der diese ganze Bewegung entstand: Die Wilderness Awareness School. Ihre Ursprünge haben die Wilderness-Kurse in den Lehren des Lipan-Apachen Stalking Wolf. Dieser hatte während eines langen Lebens wertvolles Wissen über die Natur erworben und dieses an den weißen Jungen Tom Brown weitergegeben. Als Tom erwachsen wurde, gründete er die „Tracking, Nature and Wilderness Survival School“ in New Jersey. Eine von Toms größten Stärken war das „Tracking“, also das Fährtenlesen. Auch Maya würde das gerne noch besser lernen. Sie liest gerade das Buch „Tom Brown’s Field Guide to Nature Observation and Tracking“, in dem Tom Brown seine Methoden der Naturbeobachtung und des Fährtenlesens erklärt. Außer Schlafsack, Isomatte, wetterfester Kleidung, Zelt und Abenteuerlust gibt es keine Voraussetzungen, um an einem Wilderness-Kurs teilzunehmen. Auch Kinder sind willkommen.



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